Waldbegehung mit BN und Forstbetrieb

Revierleiter Hubert Riedel erläutert Pflegemaßnahmen an Wegen in der Laubenhaid

Laubenhaidführunge/Foto: K. Holluba

Optimierte Waldentwicklung/Foto: K. Holluba

Foto: R. Churavy

06.12.2016

Mehrere empörte Anrufe erreichten in den vergangenen Wochen sowohl den Bund Naturschutz Schwabach als auch den zuständigen Forstbetrieb Allersberg, weil in der Laubenhaid im Spätsommer Unterhaltsarbeiten entlang den Forstwegen so radikal erfolgten, dass es nach Vandalismus, nicht aber nach Waldpflege aussah. „Jetzt ist ja alles beseitigt, aber das hat wirklich schlimm ausgesehen, wie da Sträucher und kleinere Bäume entlang der Wege abgefetzt worden sind“, beschwerte sich ein Teilnehmer bei der deshalb vom Bund Naturschutz organisierten Waldbegehung.

Forstrevierleiter Hubert Riedel stimmte dem grundsätzlich zu und meinte, dass es da der Fahrer des eingesetzten Mulchgeräts wohl etwas zu gut gemeint hatte. „Mit diesem Gerät sollen eigentlich nur Gehölze bis etwa Daumenstärke gehäckselt werden, da ist das beauftragte Unternehmen deutlich darüber hinaus gegangen. Rechts und links des Weges wurde einfach alles hässlich abgefetzt. Außerdem wurde an den Wegen zu tief in den Bestand hinein gearbeitet, was so gar nicht geplant war“, erklärte Riedel. Auf die Frage von Karin Holluba-Rau, warum denn überhaupt mit so großen Maschinen gearbeitet werde, machte Riedel deutlich, dass er sich die Waldarbeiter in seinem etwa 2.000 Hektar großen Revier mit zwei andere Revieren teilen müsse, so dass er ohne Vergabe an Fremdfirmen gar nicht über die Runden käme. Die Aktion in der Laubenhaid erforderte aber dann doch fast die doppelte Arbeit, weil die eigenen Waldarbeiter die Hinterlassenschaften der Fremdfirma nacharbeiten mussten.

Auf Nachfrage des zweiten Vorsitzenden des BN, Martin Sauer, bestätigte Hubert Riedel, dass die großen Reviere eine Folge der Forstreform von 2004 seien. Mit anderen Gruppierungen hatte der BN 2004 versucht, die Reform mit einem Volksbegehren zu kippen, was damals knapp gescheitert war. Vor der Reform lagen die Reviergrößen im Staatsforst zunächst zwischen 600 bis 700 Hektar, später um 1.000 Hektar. Seit die Bayerischen Staatsforsten als Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Regensburg organisiert seien, läge die Reviergröße bei etwa 2.000 Hektar. Das Revier Roth von Hubert Reidel reicht daher von Spalt im Südwesten bis Schwanstetten im Nordosten. Es gehört zum Forstbetrieb Allersberg mit insgesamt neun Revieren. Dessen Zuständigkeit erstreckt sich vom Hahnenkammsee im Süden bis Hersbruck im Norden.

Im weiteren Verlauf des Waldspaziergangs erläuterte Riedel, wie er als Revierförster trotz der enormen Größe seines Zuständigkeitsbereichs versucht, den Spagat zwischen den wirtschaftlichen Anforderungen des Betriebs und den ökologischen Belangen zu schaffen. „Das geht heute halt nur noch mit Maschineneinsatz, wozu auch die ungeliebten Harvester und Rückemaschinen gehören“, machte er deutlich. Dabei stünde die gesamte Gesellschaft vor der Megaufgabe, durch einen massiven Umbau den Wald einigermaßen fit für den Klimawandel zu machen. Die Kiefern- und teilweise auch die in der Laubenhaid vorhandenen Fichtenbestände werden nach und nach durch Mischwälder mit Buche, wenn möglich auch Eiche sowie durch den meist selbst anfliegenden Bergahorn ersetzt. „Teilweise mischen wir auch schon Esskastanien und in geringem Umfang auch die aus Nordamerika stammende Douglasie unter“, schilderte Riedel das Vorgehen im Staatsforst.

Zum Abschluss der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig, dass der persönliche  Kontakt zum Forstamt wichtig ist. „Wenn erneut so heftige Eingriffe im Staatswald notwendig werden, wäre es auf jeden Fall gut, wenn Sie uns und die Öffentlichkeit vorher informieren“, wünschten sich daher Martin Sauer und Karin Holluba-Rau.

Martin Sauer/Karin Holluba-Rau