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Aktionstag Boden

Den Boden haben sich der Bund Naturschutz und der Eine-Welt-Laden Schwabach für ein gemeinsames Schwerpunktthema im Jahr 2014 ausgesucht. Der Begriff „Boden“ wird dabei weit gefasst und umfasst den Lebensraum für Menschen, Tier und Pflanzen, Ernährungsgrundlage sowie Grundlage für Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Nachdem vor kurzem eine hochkarätig und international besetzte Auftaktveranstaltung im Evangelischen Haus stattgefunden hatte, werden die dort vorgestellten Themen in einem spontan gegründeten Arbeitskreis vertieft.

Das erste Treffen des Arbeitskreises „Boden“ findet am 14. Januar 2014 um 20.00 Uhr in der Geschäftsstelle des Bund Naturschutz, Südliche Ringstraße 17 in Schwabach statt.

In der Informationsveranstaltung konnten die Veranstalter Martin Milius vom Evangelischem Bildungswerk, Martin Sauer und Angelika Majchrzak-Rummel vom BN und Ingrid Ittner-Wolkersdorfer vom Eine-Welt-Laden  die Präsidentin des Bundesverbands Boden, Professorin Gabriele Broll, die Juristin und Menschenrechtsreferentin der Mission Eine Welt, Aneth Lwakatare aus Tansania sowie den Landwirtschaftstechniker und Musiker Alejandro Conza aus Peru begrüßen.

Knut Engelbrecht, Referent für Recht, Soziales und Umwelt, stellte die Position der Stadt Schwabach als Mitglied im Bodenbündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden zum Thema Bodenschutz dar. Er verwies dabei vor allem auf die seiner Meinung nach maßvolle Baulandausweisung im neuen Flächennutzungsplan, bei dem auch viele Möglichkeiten zur Nachverdichtung enthalten seien.

Gabriele Broll erkennt für Deutschland zwei wesentliche Handlungsfelder. Dies seien die die Flächeninanspruchnahme, was meist fälschlicherweise als „Flächenverbrauch“ bezeichnet werde und der Bodenschutz im engeren Sinn. Das Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung, die Flächeninanspruchnahme auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen sei mit einem Wert von 77 Hektar im Jahr 2010 deutlich verfehlt worden. Größter Verlierer ist  nach Aussagen Brolls die Landwirtschaft mit einem Verlust von über 200.000 Hektar seit 1990. Beim Bodenschutz forderte Professorin  Broll  den Bodenschutz als Querschnittsaufgabe und Teil des Naturschutzes zu begreifen und  dabei nicht nur das Leben auf sondern auch im Boden zu betrachten. Die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz und Bodenschutz sei daher dringend erforderlich. Mit de Hinweis, dass Investoren auch, besonders in Ostdeutschland, Ackerflächen zum Anbau von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, und Energiepflanzen aufkaufen,  leitete Gabriele Broll zum Thema des Landgrabbing, der Landnahme, meist durch international agierende Investoren, über.

Diesem Thema widmete sich die Aneth Lwakatare vor allem aus juristischer Sicht. Sie schilderte am Beispiel Tansanias eindringlich, wie sich internationale Konzerne trotz eines eigentlich guten Bodenrechts von den dortigen Dorfbewohnern landwirtschaftliche Flächen zum Anbau von Energiepflanzen, z.B. für die Herstellung von Biotreibstoffen,  aneignen. Dabei würden die früheren Dorfbewohner oft von ihrem gemeinsamen Dorfgut vertrieben und müssten ihre ehemalige Heimat verlassen.

Am Beispiel des Goldabbaus in der Provinz Cajamarca, Peru in der Goldmine Yanacocha, der größten Lateinamerikas, veranschaulichte Aljeandro Conza das Landgrabbing für den Rohstoffabbau. Hauptaktionär des 251 Quadratkilometer großen Minengebiets ist ein US-amerikanisches Bergbauunternehmen. Auch ein Tochterunternehmen der Weltbank ist mit ca. 5 % an der Mine beteiligt. Im Tagebau werden in dem Gebiet ganze Berge abgetragen. Aus dem zerkleinerten Baggergut wird anschließend mittels hochgiftiger Zyanidlaugung das Gold ausgewaschen. Zurück bleibt eine verwüstete Landschaft mit riesigen, mit Schadstoffen belasteten Abraumhalten, verunreinigtem Wasser und einer hohen Luftbelastung. Trotz der Rekordgewinne der Mine ist Cajamarca die zweitärmste Provinz des Landes. Tragische Berühmtheit erlangte die Provinz durch den Unfall eines mit Quecksilber beladenen Lasters der Goldmine im Distrikt Choropampa im Jahr 2000, bei dem über 1.200 Menschen Vergiftungen erlitten.

<link file:86205>Die Dokumentation als pdf

Wildkatze

Weitere Bilder und Bericht hier

 

Transatlantisches Freihandelsabkommen

Almut Churavy und Karin Holluba-Rau informierten beim Dezember-Monatstreffen der Kreisgruppe Schwabach über das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen. Weiterlesen

 

Buchtipp

Achtung Heimat": Bayern neu entdecken

Es lohnt sich, Bayern neu zu entdecken – jenseits weißblauer Klischees, in denen die Natur meist nur als Hintergrund dient. »Achtung Heimat« macht die Kulisse zum Vordergrund, lenkt den Blick auf die Naturschätze Bayerns: Karwendel, Bayerischer Wald und Spessart, Donau und Isar, Moore, Feuchtwiesen und Trockenrasen. Viele dieser großen und kleinen Schätze gäbe es heute nicht mehr, würden nicht stets und immer wieder Menschen auf den Erhalt von Natur pochen und sich gegen Kommerz und Planierraupen zur Wehr setzen.

So gibt dieses Heimatbuch der besonderen Art auch einzigartige Einblicke in die Hintergründe des Natur- und Umweltschutzes in Bayern: von der abgewendeten Verschandelung des Königssees anno 1913 über die Rettung der Weltenburger Enge bis hin zum Bürgerentscheid gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen. Es zeigt, wofür und warum sich Menschen jeden Alters seit 100 Jahren im Bund Naturschutz, Bayerns größtem Umweltverband, engagieren.

Diese lebendige und kritische Dokumentation folgt einem modernen Heimatbegriff, der die ökologische Qualität von Landschaft ernst nimmt – und die Augen nicht verschließt vor Übernutzung, Energiehunger oder Flächenfraß. Unterstrichen wird die ungewöhnliche Perspektive des Buchs durch Zeitsprung-Bilder, die den Landschaftswandel sichtbar machen, faszinierende Tier- und Pflanzenporträts sowie hervorragende Luftaufnahmen.

"Achtung Heimat" ist ein modernes Heimatbuch, das in 15 Kapiteln einen umfassenden Überblick über den Umwelt- und Naturschutz in Bayern gibt. Das Buch beschreibt eine Vision für ein nachhaltiges Bayern. Heute wie vor 100 Jahren sind seine Landschaften, Pflanzen und Tiere auf  Respekt, Achtsamkeit – und auf tatkräftiges Engagement seiner Bürger angewiesen. Ein vergleichbares Buch gibt es bislang weder in Bayern noch in  anderen Bundesländern auf dem Buchmarkt.

BUND Naturschutz in Bayern (Hrsg.): Achtung Heimat - Bayerns Natur neu entdecken. Volk Verlag München, 2013. 376 Seiten, über 500 Bilder, Format 32 x 23 cm, Gewicht 2,2 kg. ISBN 978-3-86222-114-1. 29,90 Euro.

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Update 07.01.2014