Igelschutz- Aber richtig!

Vor der langen Ruhe legen sich Igel noch einmal richtig ins Zeug: Im Herbst müssen sie sich Fett für den Winterschlaf anfressen und ein geeignetes Winterquartier finden. Gartenbesitzer können Igeln bei der Suche nach einem Unterschlupf und nach Nahrung helfen. Mit ins Haus oder in die Wohnung sollten die Tiere allerdings nur in absoluten Notfällen genommen werden.

Wissenswertes:

  • Der Igel existiert schon seit über 20 Millionen Jahren.
  • Igel sind nachtaktive, standorttreue Einzelgänger und benötigen in der Regel ein Revier in der Größe eines halben Fußballfeldes um genügend Nahrung zu finden
  • Igel stehen unter Schutz und dürfen grundsätzlich nicht eingesammelt und im Haus gehalten werden. Nur während der Wintermonate ist eine vorübergehende Aufnahme zulässig.
  • Igel ernähren sich von Schnecken, Raupen, Käfern und Würmern.
  • Igel halten Winterschlaf von Ende Oktober bis März.
  • Lebenserwartung ca. 2-4 Jahre, maximal 7-8 Jahre.
  • Hauptfeinde sind nicht mehr Eulen, Marder und Füchse sondern der Mensch und das Auto.

Was Igel brauchen

  • Igelfreundliche Gärten mit abwechslungsreicher, artenreicher Bepflanzung ohne Pflanzenschutzmittel (kein Schneckenkorn!)
  • Verwilderte Ecken im Garten mit Holz-, Reisig-, Stein- und/oder Laubhaufen damit Igel darunter ausreichend Hohlräume für ihr Versteck und für die Überwinterung finden
  • Igelfreundliche Zäune, die zumindest an einigen Stellen einen Durchschlupf von ca. 10 cm bieten.
  • Liegengelassenes Streuobst
  • Vorsicht beim Mähen und kein Abbrennen von Laub- oder Reisighaufen.
  • Eine flache Ausstieghilfe aus steilwandigen Gartenteichen oder Schwimmbecken.

Was Igel nicht brauchen

  • Laubsauger, die ihre Nahrung beseitigen
  • Eine Mistgabel im Rücken. Vorsicht beim Umsetzen von Laub- und Komposthaufen!
  • Sterile Gärten in denen der gesamte Rasen kurz gemäht ist und kein Laub unter Sträuchern liegen bleibt
  • Mäuse- und Rattenfallen, Giftköder, mit Schneckenkorn vergiftete Schnecken
  • Ungesicherte Keller- und Lichtschächte, Baugruben usw.
  • Beseitigung der Winterquartiere durch Umsetzen von Laub- und Komposthaufen und Holzstößen im Herbst.

Falsches Mitleid schadet!

  • Da Igel unter Naturschutz stehen, dürfen sie grundsätzlich nicht eingesammelt und im Haus gehalten werden. Nur während der Wintermonate ist eine vorübergehende Aufnahme zulässig, wenn der Igel unter 500 g wiegt. Während dieser Zeit muß eine artgerechte, fachkundige und medizinische Betreuung gewährleistet sein.
  • Zufüttern nur bei untergewichtigen Igeln
  • Als Futter eignet sich Hunde- und Katzenfutter, Äpfel, Nüsse, hartgekochte Eier, gekochtes Geflügelfleisch. Keine Milch! Einmal täglich füttern, am besten abends.
  • Überwintern immer außerhalb des Hauses. Ein warmer Heizungskeller ist ungeeignet.


Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit

  • Verwaiste Igelsäuglinge
  • Kranke, verletzte oder geschwächte Igel. Sie erkennt man meist daran, dass sie tagsüber herumlaufen oder -liegen. Sie sind oft apathisch, kühl rollen sich kaum ein und sind deutlich untergewichtig. Kranke und verletzte Tiere gehören zum Tierarzt.


Weitere Informationen rund um den Igel finden sie in unserem Flyer

und bei Igelschutzverbänden wie z. B. Pro-Igel