Faire Milch

Seit Jahren suchen wir Bund Naturschützer nun schon Kontakt und Zusammenarbeit mit den Landwirten in Sachen Nahrungsmittelproduktion, Naturschutz und Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft .

Biobauern hatten in der Regel schon immer einen guten Draht zum BN. Jetzt endlich fallen auch langsam die Ressentiments der konventionellen Landwirte gegen uns Naturschützer. Besonders kontaktfreudig sind inzwischen Bauern aus den BDM-Reihen(Bund Deutscher Milchviehhalter), die erkannt haben, dass wir diejenigen sind, die schon immer die bäuerliche Landwirtschaft verteidigt haben. Verbindendes Thema ist vor allem die Agrogentechnik und zur Zeit vor allem die Milchproduktion.

So waren wir BNler mit einem Infostand bei einem großen Hoffest in Schönbrunn herzlich willkommen. Auch bei Demos für eine faire Milch gibt es unsere Unterstützung so zum Beispiel bei der Solidaritätskundgebung in Roth.

Frau Bundeskanzlerin Merkel hatte die Vertreter der Bauernorganisationen, den Bauernverband und den Bund Deutscher Milchviehhalter, zu Gast, um eine einheitliche Position zur zukünftigen Milchpolitik der Bundesregierung in der derzeitigen Milchkrise zu finden.

Beide Verbände vertreten unterschiedliche Ansichten in Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft und vor allem für die zukünftige Gestaltung der Milchmarktpolitik. Überlebensfähigkeit, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit mit einer regionalen Landwirtschaft einerseits und die völlige Liberalisierung im offenenem Welthandel andererseits sind die Diskussionspunkte.

Zur Unterstützung ihres Vertreters, Romuald Schaber, hatten deshalb alle Gruppen des BDM  zu einer Solidaritätskundgebung an möglichst vielen Orten in ganz Deutschland aufgerufen, so auch für den Bereich Roth/Schwabach, nach Roth vor das Landwirtschaftsamt. Und wir vom BN waren mit dabei.

Manfred Gilch, BDM-Kreisvorsitzender aus Pierheim zeigte auf, warum das Landwirtschaftsamt der richtige Ort für ihre Demonstration sei: Die Politik stütze sich immer wieder auf die Ausführungen und Auswertungen der Landwirtschaftsämter. Diese hätten eigentlich den besten Draht zu den Ministerien und seien so auch Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Milcherzeuger und Politik. So fordern auch die Rother Milcherzeuger endlich einen Systemwechsel in der Milchpolitik, weg von der blinden Liberalisierung des Milchmarktes, hin zu einer verantwortungsbewussten Marktpolitik mit fairen Regeln, bei der alle Marktbeteiligten, auch die Milcherzeuger, wieder eine Chance am Markt haben.

Der Vertreter des Landwirtschaftsamtes Roth Hans Walter betonte, dass gerade in Mittelfranken die Milchviehhaltung das Rückgrad des ländlichen Raumes darstelle und so diese möglichst im Interesse aller zu erhalten sei.

Johannes Pfaller, BDMler und Bauer aus Haag bei Heideck, verglich die anstehende politische Entscheidung auf europ. Ebene für eine höhere Milchquote treffend mit der Autoproduktion. Als die ins Stocken geraten war, wurde vor allem die Produktion immens beschränkt und dem Absatzmarkt angepasst. Tausende noch gebrauchsfähiger Autos wurden zunächst vernichtet. Mit Hilfe von kostspieligen, einmaligen staatlichen Subventionen wurde ein neuer Marktanreiz geschaffen. Die Bauern wären dagegen schon mit Marktregulierung zufrieden und wollen eigentlich gar keine neuen Subventionen. Die Lösung heißt, der Markt braucht Regeln, und keine Subventionen.

Und Andrea Dornisch, die als Verbraucherin und für den Bund Naturschutz die notwendige Solidarität ausdrückte, beklagte die Auswirkungen der Exportsubventionen mit ihren katastrophalen Auswirkungen auf den Weltmarkt. Der Bumerang, der hier geworfen wird, fällt auf uns zurück. Die Politik der offenen Märkte und des schrankenlosen Welthandels dient einzig und allein dem Profit der Großkonzerne, so Andrea. Die Zerstörung unserer heimischen Landwirtschaft sei dabei vorprogrammiert. Sie forderte Verbraucher und Bauern auf, gemeinsam laut  ihre Stimmen zu erheben, damit unsere bäuerliche Landwirtschaft nicht den globalen Interessen geopfert wird. Es käme uns teuer zu stehen, denn die Folgen von immer mehr, immer größer, immer billiger, wäre Agro-Gentechnik in Lebensmitten und Massenproduktion mit immer schlechterer Qualität.

Wir VerbraucherInnen müssen dazu stehen, dass Lebensmittel ihren Preis haben müssen, wenn sie nicht auf Kosten der bäuerliche Landwirtschaft, der Natur, der Qualität, und so letztendlich auf Kosten von Landschaft, Arbeitsplätze, Klima unsere Zukunft  und die unserer Kinder verspielen.

Bitte achten Sie Beim Einkauf von Milch auf Qualität. 1.Priorität Biomilch oder regionale Milch vom Bauern (zum Beispiel beim Burger in Rohr, Fam Adel in Nasbach, bei den Winklers in Gustenfelden), die Milch im Bauernladen.

Wenn sie im Handel Milch kaufen, dann verzichten sie unbedingt auf Milch von Großmolkereien, die keine gentechnikfreie Fütterung von Kühen einfordern: z.B. Allgäuland, Bärenmarke, Weihenstephaner, und Müllermilch!