Infostand zum Thema Baumschutz und zum Seminargarten in Schwabach
Keine Autos im Seminargarten
Aufgrund des Umbaus des Prellareals fallen ab Juli 2026 vorübergehend die ca.110 Parkplätze an der westlichen Altstadt weg. In einem Video geben Oberbürgermeister Peter Reiß und der Referent Dr. Maximilian Hartl bekannt, dass 33 Ersatzparkplätze in der Seminarstraße geschaffen werden. Gemeint ist der südliche Teil des Seminargartens. Dieser ehemals lauschige Garten war mit vielen Büschen und einigen Bäumen für viele Jahre Heimat eines Kindergartens. Mittlerweile gehört das Grundstück der GEWO Bau, die in den ehemaligen Räumen der Musikschule ein Wohnprojekt realisieren will. Viele Büsche und einige Bäume wurden nun im Vorgriff bereits entfernt. Auch die beiden uralten Haselsträucher sind bereit gekappt.
Als hätte sie es geahnt, blüht die Osterluzei in diesem Jahr besonders schön, ausgerechnet an der geplanten Einfahrt zum Gelände. Diese Pflanze ist auf der Roten Liste Mittelfranken als gefährdet eingestuft. Gemeinsam mit anderen Frühjahrsblühern belebt sie nun eine Fläche, die demnächst für die Zwischennutzung als Parkplatz geschottert werden soll. In dem Video weist OB Peter Reiß darauf hin, dass für Baumschutz gesorgt ist und die Fläche später wieder Park ähnlich hergestellt wird. Ersteres trifft nur für die beiden verbleibenden Großbäume teilweise zu. Allerdings sind wir in großer Sorge, dass die Bauarbeiten und die daraus resultierende Verdichtung des Bodens durch die Befahrung mit LKW der als Naturdenkmal ausgewiesenen Eiche und der Schwarzkiefer schaden. Sicherlich wird auch nach dem Umbau des Prellareals die Fläche wieder umgestaltet. Doch große Teile der Anlage werden dann wohl weiterhin als Parkplätze genutzt werden. In einer ersten Planung der Außenanlage für die Wohnbebauung sind ebenfalls 18 Parkflächen vorgesehen.
In Zeiten des Klimawandels und unter Beachtung des Klimaanpassungskonzepts ist es nicht vertretbar, im Kernstadtbereich weitere Grünflächen zu versiegeln und Sträucher und Bäume zu beseitigen, auch nicht um den zeitweisen Parkdruck während der Bauzeit des Prellareals zu lindern. Die Schotterung des südlichen Areals des Seminargarten ist ein Frevel an einer der wenigen verbleibenden Grünflächen der Schwabacher Innenstadt. Als ob es nicht andere Möglichkeiten gegeben hätte: mehr Busse und Lotties, ein kostenloser Shuttleservices von Parkflächen im Außenbereich, wie z.B. am Baywa-Parkplatz oder vom Bahnhofsparkhaus, vorübergehend Tempo 30 auf den Zufahrtstrassen zur Altstadt, um die Attraktivität und Sicherheit für das Radfahren zu erhöhen. Am Holzgarten gibt es eine bereits komplett versiegelte Fläche auf dem Gelände der Stadtwerke, hätte sich da nicht eine zwischenzeitliche Nutzung entwickeln lassen?
Kurz: die Bauphase des Prellareals hätte zu einem Labor für eine umweltfreundliche Mobilität werden können. Stattdessen wird mit den üblichen Rezepten weitergemacht: das Auto ist gesetzt und die Natur muss weichen!
So kann es nicht weitergehen! Der Stadtrat muss endlich den Mut haben, neue Konzepte, die andernorts seit Jahren funktionieren, auch bei uns auszuprobieren.









