Blühende Landschaften mitten in Schwabach

Stadtratspflegerin für Umwelt und Naturschutz, Bund Naturschutz und Imker loben die Stadtgärtnerei 

 

Die Verkehrsinsel an der Nördlinger-/Rittersbacher Straße ist ein Hingucker. Sogar eine der Bananenstauden blühte vor kurzem, worüber sich Cornelia Grebe-Donhauser total freute.

 

Schwabach sei in diesem Jahr besonders schön und bunt aufgeblüht, so die einhellige Meinung von Karin Holluba-Rau, Stadtratspflegerin für Umwelt und Naturschutz, Almut Churavy, Vorsitzende des Bund Naturschutz, und Imker Eckhard Göll.

Bereits im Februar 2009 hatte man sich in dieser Runde mit Cornelia Grebe-Donhauser aus der Stadtgärtnerei zusammengesetzt, um für Artenvielfalt und Bienenweiden zu werben. Anregung gab damals die Blumenstadt Mössingen. Außerdem konnte die Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe und des Vereins „Blühende Landschaften“ vermittelt werden.

Und heuer blüht es nun in Schwabach flächig auf acht Standorten mit insgesamt 1000 Quadratmetern Fläche, zum Beispiel auf dem Mittelstreifen der Rother Straße.

 

"Eschweger Blumenzauber"

 

Die Blütenmischung „Eschweger Blumenzauber“, Saatgut aus einem kleinen Unternehmen mit hybridfreiem Saatgut, spendet Pollen und Nektar, Nahrung für viele Insekten. Von allen Seiten gab es da großes Lob für Cornelia Grebe-Donhauser und Hans-Martin Hörndler von der Stadtgärtnerei, als man sich im Stadtpark traf.

Da blühen nun schon seit Wochen Kornblumen, das gelbe einfache Gänseblümchen, die rote Lichtnelke, weißer Steinklee, der kleine Wiesenknopf oder Klatschmohn — mehr als 17 verschiedene Blühpflanzen.

Die beiden Vertreter aus dem Gartenbauamt bestätigten, dass es heuer bei der tagelang anhaltenden Hitze nicht einfach war, die Flächen zwischen dem Asphalt blühend zu erhalten. Bei einem etwas mit mehr Regen durchmischtem Sommerwetter würden solche Blühflächen tatsächlich die Arbeit erleichtern, man müsse im Frühjahr nach dem Fräsen des Bodens nur das Saatgut einbringen, alles wachsen lassen und im Herbst mähen. Damit die Flächen heuer wirklich den ganzen Sommer über in ihrer Pracht überleben konnten, musste viel gegossen werden.

Inzwischen hat die bunte Blütenpracht etwas nachgelassen, aber noch immer finden Insekten und Schmetterlinge Nahrung, werden tolle Blumenfotos geschossen, große und kleine Blumenfreunde zupfen kleine bunte Blumensträuße.

 

Schilder verschwunden

 

Bedauert wurde, dass die Hinweisschilder mit dem Text „Hier blüht es für Bienen und Hummeln und Co.", die für Schönheit und Sinnhaftigkeit dieser Flächen werben sollten, Beine bekommen haben.

Eckhard Göll bestätigte, dass solche Blumeninseln, vor allem wenn Lippenblütler wie Salbei oder der Lavendel blühen, eine Bereicherung für das Nahrungsangebot der Bienen sind, die um diese Zeit in der freien Landschaft wenig Nahrung finden.

Almut Churavy betonte, dass sie das Engagement der Stadtgärtnerei für Artenvielfalt und Biotopvernetzung sehr bewundere, und Karin Holluba-Rau machte Mut, Schwabach auch in den nächsten Jahren weiter aufblühen zu lassen, möglichst mit mehrjährigem autochthonem Saatgut (Anmerkung der Redaktion: Das ist nach Wikipedia „die Eigenschaft biologischer Arten, seit langem und ohne menschliche Beihilfe in einem Gebiet zu leben.“).

 

„Beikräuter“ gehören dazu

 

Cornelia Grebe-Donhauser betonte, dass ihr die Akzeptanz der Bevölkerung besonders wichtig sei. Menschen sollen sehen lernen, dass sich Blühflächen im Laufe der Blühzeit verändern, nicht immer gleich bunt blühen, aber immer schön zum Anschauen sind. Auch Samenstände gehören dazu und natürlich auch „Beikräuter“. Und wenn die Melde, eine Pflanzegattung der Fuchsschwanzgewächse, wirklich überhand nimmt, wird sie per Hand entfernt.

Grebe-Donhauser wünscht sich, dass die Schwabacher und ihre Gäste ihre Freude an der blühenden Stadt haben und dass die Akzeptanz auch darin sichtbar wird, dass solche blühenden Flächen weniger vermüllt werden. 


Artikel erschienen im Schwabacher Tagblatt am 21.08.2013/st


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