Frauendinner

Karin Holluba-Rau, Evi Koch, Michaela Schwab (v. li vorne) sowie Elfriede Götz, Lisbeth Adel, sabine Bauer-Schmidt v. St. Martin, Martha Schwab, Susanne Ott und Friederike Spörl-Springer (v. li hintere Reihe) sorgten für ein informatives und köstliches Frauendinner Foto: U. Kaiser-Biburger

Ein Dinner für Frauen! Dieser Einladung der Kirchengemeinde St. Martin, dem Evangelischen Bildungswerk, dem Bund Naturschutz sowie dem Eine-Welt- Laden Schwabach folgten über 70 Frauen in den Saal des Evangelischen Hauses.

 

Da sich hier besonders diejenigen angesprochen fühlen sollten, die „mitten im Leben stehen“, machten die Veranstalterinnen daraus einen Abend, zum Meinungsaustausch und Genießen sowie gemäß dem Motto des Abends „Gutes aus der Region entdecken“, bei dem die Teilnehmerinnen den Alltag einfach hinter sich lassen konnten. Zu gepflegter angenehmer Klaviermusik labten sich die Frauen an den Köstlichkeiten des reichlichen Büffets, das allein drei verschiedene Suppen enthielt, dazu köstliche Aufstriche und Salate, Käse und feine Raffinessen zur kulinarischen Abrundung. Alles stammte aus der Region und war der Jahreszeit entsprechend angepasst.

 

Über den Hintergrund der Büffet-Zusammenstellung informierte anschließend ein Gespräch, das die Soziologin Susanne Ott und Friederike Spörl-Springer vom Evangelischen Bildungswerk mit Karin Holluba-Rau vom Bund Naturschutz führten. Dabei ging es um den praktizierten Grundsatz „Die Liebe zum Naturschutz muss durch den Magen gehen!“ Das bedeutete, dass bereits mit der Zusammenstellung der Einkaufsliste der erste Schritt zur Bewahrung der Schöpfung unternommen werden könne. Die Produkte aus der Region seien so wertvoll anzusehen wie „Schwabacher Gold". Denn wer sich sich für sie entscheide, der erhalte Produkte, die schmackhaft, frisch, ohne Agro-Gentechnik seien. Dazu leisteten sie einen Beitrag zum Erhalt an Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, erläuterte Karin Holluba-Rau. Einen weiteren Rat fügte sie an: Die Frauen sollten mit den Jahreszeiten leben: „Wir essen saisonal.“, so lautete ihre Forderung. Zudem wies Karin Holluba-Rau daraufhin, dass Tomaten frühestens ab Mai gekauft werden sollten, dem Monat, in dem auch der Spargel am besten schmecke.

 

Einhellig war demnach die Schlussfolgerung, dass man sich bewusst machen müsse, dass es eben nicht alles zu jeder Zeit gebe. Beendet wurde diese Gesprächsrunde mit der Erkenntnis: „Bioprodukte tun gut“. Denn diese würden den Jahreskreislauf beachten. Ein Einkauf unter dieser Prämisse fordere zwar den Verzicht auf Fertigprodukten, aber Selbstgekochtes schone dafür den Geldbeutel. Die Voraussetzung sei allerdings das nötige Wissen, was und wie man koche. Wenn man aber Produkte benötige, die vor Ort nicht wachsen oder produziert werden könnten, dann sollte man auf Faire-Trade-Produkte zurückgreifen, die den Erzeugerinnen und Erzeugern ein gerechteres Einkommen ermöglichen.

 

Am Beispiel von vier Bäuerinnen wurde den Frauen von Friederike Spörl-Springer, pädagogische Leiterin des Evangelischen Bildungswerks, die große Angebotsvielfalt an frischen, regionalen Produkten vorgestellt. Zu ihnen gehörte Lisbeth Adel, die in Nasbach Milchwirtschaft aus Überzeugung betreibt und in ihrem Hofladen Milch, Saisonale Produkte anbietet. „Wir wollen weitermachen, um die Natur zu bewahren.“, so lautete ihr Grundsatzgedanke. Aus Suddersdorf bei Windsbach stellte sich Michaela Schwab vor, die seit ihrer Heirat zusammen mit ihren Schwiegereltern den Demeter-Hof bewirtschaftet. Sie stellen sich mit ihrem Getreide, alten und wieder entdeckten Getreidesorten sowie Produkten aus der eigenen Verarbeitung (wie Buchweizen-Brätlingen) den strengen Kontrollen durch den Demeter-Verband. Bereits seit drei Generationen kennt man in Schwabach die Gemüse-Bäuerin Evi Koch von dem Marktstand Engel-Koch, der Obst, Gemüse und Salat ohne Spritzmittel in der gesamten Palette je nach Saison anbietet. Als Vierte im Bunde wurde Elfriede Götz vorgestellt, die in Haag 65 Milchkühe bewirtschaftet. Auch sie achtet auf gentechnikfreie Fütterung, so dass sich hier der Verbraucher darauf verlassen kann, in ihrem Hofladen Käse, Eier und Kartoffeln garantiert ohne Gentechnik einzukaufen.

 

Der informative und genussvolle Abend ging mit einem Abendsegen zu Ende, den Karin Wolfermann von der Kirchengemeinde St. Martin ausgewählt hatte.

 

Ursula Kaiser-Biburger