Moorwanderung in Schwabach - Utopie?

Blutweiderich

Eine Exkursion des BN und LPV

Dass eine Wanderung durchs Moor auch in Schwabach möglich ist, das wollten Almut Churavy, Vorsitzende des Bund Naturschutz, und Andreas Barthel, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Schwabach im Rahmen einer Führung im Bereich des Mainbachtals beweisen.

Schon zu Beginn der Exkursion entlang des Mainbachs zwischen Haag und Obermainbach konnte der Artenreichtum des Feuchtbiotops bestaunt werden: Wasserampfer, Blut- und Gielbweiderich, eine Vielzahl von Seggenarten und die dunklen Rohrkolben des Röhrichts stachen sofort ins Auge. Auch die Fauna wollte sich da nicht verstecken. Eine Erdkröte, ein Teichfrosch und eine Sumpfschrecke zeigten keinerlei Berührungsängste.

Schon in diesem Bereich konnte Andreas Barthel anhand einer Bodenprobe die Entstehung eines Niedermoors erläutern. Spannend wurde es dann entlang des Wanderwegs im Bereich des Südhangs des Mainbachs. Was bei laienhaft flüchtiger Betrachtung vielleicht als Sumpfloch am Wegesrand durchgehen würde, stellte sich bei der Untersuchung des stiefelbewehrten Fachmanns als typisches Moor dar. Die verschiedenen Moosarten dieses Biotops gingen von Hand zu Hand.

Der Höhepunkt der Wanderung querfeldein durchs Unterholz wurde auf einer Waldlichtung erreicht, auf der sich ein so genantes Zwischenmoor erhalten hat. „Dieser Moortyp wird vor allem von Torfmoosen gebildet“, erklärte Barthel. „In Mittelfranken ist dieser Biotoptyp, der eher im Fichtelgebirge oder im Bayerischen Wald daheim ist, besonders selten.“  Sogar der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, hat sich hier angesiedelt. Eindrucksvoll wurde das enorme Wasserspeichervermögen des Mooses demonstriert. Ein im Frühjahr angelegter Tümpel am Rand des Moors ist bereits von Fröschen und Wasserkäfern besiedelt.

Die Teilnehmer der Exkursion waren einhellig der Meinung, dass die Erkundung der versteckten ökologischen Kostbarkeiten im Schutzgebiet der Schwabacher Wasserversorgung das verschmutzte Schuhwerk wert waren.

K. Achtnicht