Schutz der Artenvielfalt mit Genuss - Kreisgruppe engagiert sich für eine blühende Landschaft

Pflanzung eines Jungbaums beim Reitverein (Prinzenapfel)
Aderleber Kalvill

Rückblick auf die Aktivitäten in unseren Streuobstwiesen 2012

Wie schon in den vergangenen Jahren  erfolgten auch 2012 wieder Pflegearbeiten auf den drei von uns betreuten Streuobstwiesen im Westen Schwabach –vor allem der Erhaltungsschnitt in einzelnen Abschnitten im Spätwinter und die jährliche Mahd im Sommer. Ausgeführt wurden diese  überwiegend mit Hilfe des Landschaftspflegeverbandes. Wie die überreiche Blüte im Frühjahr schon erwarten ließ, folgte darauf ein üppiges Obstjahr. So voll mit Früchten hat man die Bäume schon lange nicht mehr gesehen, und das trotz der vorausgegangenen langen Dürrezeit im Sommer.

Die Früchte waren zum Leidwesen von manchem Helfer meist deutlich kleiner als sonst, aber dafür äußerst gehalt- und geschmackvoll. In drei Pressungen in der Untereichenbacher Mosterei konnten wir mit zahlreichen großen und kleinen Mitarbeitern  über 25 Zentner davon zu hochwertigem Süßmost verarbeiten. Mehr ging leider nicht, weil sämtliche Mostereien in der Umgebung kein Obst mehr annahmen. Alles was nicht in hungrigen Mündern oder auf dem Backblech von Obstfreunden  untergebracht werden konnte, musste  (wohl oder übel) über die Brennerei in Dietersdorf in eine konzentriertere Form gebracht werden, wenn es nicht verkommen sollte. Das hat  andererseits den Vorteil, dass uns dieses Geschmackskonzentrat, gut ausgereift, auch in den kommenden Jahren immer wieder an dieses herrliche Obstjahr und seine Fülle erinnern kann. Und manches  Monatstreffen könnte dann noch beschwingter als sonst ablaufen!

Dank an alle großen und kleinen Helfer (auch  unsere unermüdliche Flaschenputzerin Karin), ohne die solche Kraftanstrengungen nicht stattfinden könnten. Mögen sie die Fülle der von ihnen so fleißig eingesammelten Aromen in vollen Zügen in guter Gesellschaft genießen, in dem schönen Gefühl, gleichzeitig Gutes für  die Landschaft und ihre Artenvielfalt getan zu haben!

Streuobstprojekt der Kreisgruppe Schwabach: Maßnahmen zur Erhaltung alter Obstsorten

Unser 2007 begonnenes Erhaltungsprojekt von Streuobstflächen und alten Obstsorten kommt immer mehr in Fahrt. Endlich konnte die vor Jahren in Auftrag gegebene Fortsetzung der Erfassung alter Obstsorten (Schwerpunkt Apfelsorten) einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden, so dass auch die Obst- und Gartenbauvereine in Schwabach und in der näheren Umgebung als Ansprechpartner und Unterstützer für dieses Anliegen gewonnen werden konnten.

Von den meisten der dort vorgestellten Raritäten waren schon vorher Reiser entnommen worden –und wie sich inzwischen in einigen Fällen herausgestellt hat, wirklich in letzter Minute. Mehrere der letzten Vertreter dieser Art sind nämlich bereits endgültig verschwunden, weil sie abgestorben oder beseitigt worden sind, wie z.B. der bisher namenlose „Köstliche Tafelapfel“ auf dem Titelbild des Abschlussberichts des beauftragten Pomologen.

Diese von uns weitervermehrten Sorten stehen nun als Jungbäume in der gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband betriebenen kleinen Baumschule in der Stadtgärtnerei. Rund 25 Jungbäume sind bereits in der vergangenen Saison ausgebracht worden, vorwiegend auf Flächen von Vereinen (Obst- und Gartenbauverein Unterreichenbach, Reitverein) oder auf Flächen, die der Landschaftspflegeverband betreut – meist Flächen in städtischem Besitz  (z.B. in Unterreichenbach und in der Prünst). Auch einige private Gartenbesitzer zeigten sich an den alten Sorten besonders interessiert und konnten von uns damit beglückt werden.

Ab kommenden Herbst wird dann eine größere Anzahl von Jungbäumen zur Auspflanzung bereitstehen. Aufgeschlossene Obstliebhaber und Vereine sollten sich rechtzeitig bei uns melden bzw. beraten lassen!  Hier einige Beispiele der verfügbaren Apfelsorten:  Adersleber Kalvill, Später Transparent, Charlamowsky, Roter und Weißer Astrachan, Prinzenapfel, Grahams Jubiläumsapfel und Croncels.  Birnensorten: Sußbirne, Blutbirne, Nürnberger Birne, Leipersloher, Aarer Pfundbirne, zahlreiche Dörrbirnen usw.

Weiterhin unbefriedigend ist die Situation  im Hinblick auf die Pflege und Erhaltung der meisten Streuobstbestände in privater Hand. Das gilt auch für die sinnvolle Nutzung dieser Sonderform der Kultur, was im vergangenen reichen Obstjahr besonders schmerzlich zu beobachten war: Zu viele der farbenprächtigen Vitaminspender blieben lagen ungenutzt am Boden und verfaulten. Sicher freuten sich manche Drossel und mancher Regenwurm um diese  unerwartete Bereicherung ihres Nahrungsangebots  - aber wenn man bedenkt, was man daraus alles hätte machen können …

 Zugegeben, Streuobstbestände  sind  arbeitsaufwendig und nach heutigen marktökonomischen Kriterien wenig wirtschaftlich. Aber sie sind ein unverzichtbarer Baustein für die Bewahrung der Artenvielfalt ( bis zu 5 000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, davon heute viele auf der Roten Liste), ein wertvolles Genreservoir für künftige Züchtungsarbeit  und ein  unersetzlicher Bestandteil einer abwechslungsreichen Landschaft, die dem Auge und dem  Gemüt  gleichermaßen wohltut. Zum Glück gibt es in Schwabach  auch den Landschaftspflegeverband, der den Besitzern solcher Flächen Hilfestellung leisten kann, vor allem bei der Pflege.

 Versuchen wir  also gemeinsam, wenigstens einiges von dieser Vielfalt  und Schönheit zu bewahren!

Brestlesapfel, Weißer Astrachan und Aarer Pfundbirne- historische Obstsorten in Schwabach wiederentdeckt

Ziemlich überrascht waren die zahlreich erschienenen Obstliebhaber und Vertreter der Gartenbauvereine aus Schwabach und dem Landkreis Roth, als ihnen die Ergebnisse der jetzt veröffentlichten Untersuchung des Bund Naturschutz. in Bild und Wort dargestellt wurden. Vorgetragen wurden sie durch den Diplombiologen Wolfgang Subal aus Weißenburg, einem ausgewiesenen Kenner alter Kernobstsorten, der  über einige Jahre hinweg mit Vorstandsmitglied und Obstfreund Günter Grimm unterwegs war und  auf Schwabacher Streuobstwiesen  und Bauernhöfen auf  nach Relikten aus früherer Zeit forschte. Herausgekommen ist dabei  eine umfangreiche Darstellung der vorgefundenen alten und gefährdeten Kernobstsorten im Stadtgebiet.
Begonnen hatte die Unternehmung damit, dass die Schwabacher Naturfreunde einen dramatischen Rückgang und Verfall der wertvollen alten Streuobstbestände feststellten, sowohl am Stadtrand als auch in den eingemeindeten ehemaligen Dörfern.  Auch um Pflege und Kenntnis des Erbes vorheriger Generationen stand es offenbar denkbar schlecht.
„Die Untersuchung hat Erstaunliches zu Tage gebracht“, so Subal in seinem Bericht. Obwohl es sich nicht um keine ausgesprochene Obstgegend handle, habe er überraschend viele Sorten vorgefunden, darunter sehr seltene und auch eine Reihe bisher bundesweit noch nicht bekannter oder bestimmbarer. So konnten 61 Apfelsorten und 23 Birnensorten ermittelt werden. Allein von letzteren seien 12 bisher unbekannt.
Gerade diese fast  verschwundenen  oder unbekannten Sorten seien aber besonders interessant und erhaltenswürdig. In fast allen Fällen existieren  nur noch einige wenige Altbäume. Wenn sie nicht rechtzeitig weitervermehrt würden, gehe ein wertvolles Kulturgut und gleichzeitig ein unschätzbares Genpotential verloren, das für weitere Züchtungsarbeit nicht mehr zur Verfügung steht.
Die vorgefundene Sortenvielfalt im hiesigen Raum nehme sich zwar bescheiden aus im Vergleich zu den 1395 Apfelsorten, die im Jahre 1860 anlässlich einer Obstausstellung in Ansbach zu sehen waren. Dies zeige den bereits deutlich den bereits eingetretenen Verlust. “Wenn man aber bedenkt, dass heute nur noch etwas 5 Sorten im Handel sind, bekommt man eine Ahnung davon, was uns an Geschmacksvielfalt verloren zu gehen droht“ machte der Referent deutlich.
Den sichtlich beeindruckten Hörern lief das Wasser im Munde zusammen, als einige dieser Kostbarkeiten in Wort und Bild näher vorgestellt wurden. Nur wenige kannten noch aus eigener Anschauung das früher in Franken weit  verbreitete Herrenknäckerle oder die Sußbirne, den Grünen Stettiner, den Erdbeerapfel, den Glasapfel oder den ausgezeichnet schmeckenden Charlamowsy aus Russland. Wo sonst gibt es noch die Rote Bergamotte oder die noch zu erforschende, offenbar nur lokal vorkommende Leipersloher Birne?
In der anschließenden Diskussion wurde beklagt, dass solche Sorten in den Baumschulen üblicherweise nicht mehr zu bekommen sind. Allenfalls könne man noch Reiser aus den Beständen der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf beziehen oder sei auf eigene Weitervermehrung  angewiesen. Allgemeine Zustimmung fand der Vorschlag, man möge sich mit den kommunalen Gartenfachberatern und dem Obst- und Gartenbauverein zusammentun, um gemeinsam nach einem Weg für die Weitergabe des Sortenmaterials zu suchen.
G. Grimm als Betreuer des bereits angelaufenen Erhaltungs- und Vermehrungsprojektes in Schwabach wies  auf Bezugsmöglichkeiten vor Ort hin. In einer gemeinsamen Initiative von Bund Naturschutz und Landschaftspflegeverband Schwabach seien bereits zahlreiche der vorgestellten seltenen Sorten weiterveredelt worden. Interessierte Institutionen und Privatleute könnten ab Herbst Bäume und entsprechende Beratung erhalten. Anlaufstelle sind die jeweiligen Geschäftsstellen.
„Ein solches Unterfangen würde nicht nur helfen, ein wertvolles Kulturgut  zu erhalten, sondern wäre auch ein immenser Gewinn für die Artenvielfalt und Landschaft in und um Schwabach“ , wie der Referent dieser informativen Veranstaltung abschließend zusammenfasste.

Bericht und Bilder: Günter Grimm

Engagement für lebendige Vielfalt

Roter Astrachan
Unbekannt Zuckereierbirne vom Weinberg
Aarer Pfundbirne

5 Jahre Schwabacher Projekt zur Rettung alter Apfel- und Birnensorten

Bedrohte Paradiese
Der große Wert unserer Streuobstwiesen für das Landschaftsbild und den Naturschutz war uns im Prinzip schon lange klar. Bis zu 5 000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten sind auf solchen Flächen gezählt worden, darunter eine große Zahl hoch spezialisierter und gefährdeter. Dass diese Paradiese für Mensch und Natur aber äußerst bedroht sind, gerade auch in und um Schwabach, wurde uns eigentlich erst vor gut 10 Jahren bewusst, als wir uns die noch verbliebenen Restbestände (etwa 15) etwas näher anschauten, um festzustellen, welche Sorten denn eigentlich bei uns anzutreffen sind. Man findet kaum noch Nachpflanzungen, die Bäume  auf den Streuobstwiesen und –äckern werden kaum noch gepflegt oder sinnvoll genutzt, vielfach sind nur noch Baumruinen und Lücken zu finden. Dazu kommt noch der Moloch Bebauung, der die reich strukturierten und besonders begehrten Ortsrand-lagen gnadenlos wegfrisst.

Höchste Zeit, etwas für Pflege und Erhalt zu tun. Es galt also zu retten, was noch zu retten war .Einerseits  mussten die noch vorhandenen Bestände möglichst  erhalten und ihre Pflege  in Zusammenarbeit mit den Besitzern erfolgen – auch ein Herzensanliegen des Schwabacher Landschaftspflegeverbandes, mit dem wir intensiv zusammenarbeiten. Darüber hinaus aber war es wichtig, sie wieder zu verjüngen oder neue Pflanzungen  anzulegen, und sie auch zu nutzen . Der BN übernahm diese Aufgabe bei einigen Flächen aus dem städtischen Besitz und organisiert seitdem Baumschnitt und Mostaktionen.

Beachtliche Sortenvielfalt, aber wenig Kenntnis. Bei unseren Begehungen zeigte sich schnell, dass die unsere vorhandenen Sortenkenntnis bei weitem nicht ausreichte, um beurteilen zu können, ob die vorgefundenen Sorten große Raritäten sind oder sich auch auf jeder Obstwiese in Niedersachsen oder Hessen finden lassen Leider ist es um  die Sortenkenntnis bei den  meisten heutigen Besitzern auch schlecht bestellt.  Wir  konnten zunächst nur soviel sagen, dass die wenigsten angetroffenen Obstsorten im heutigen Normalangebot von Baumschulen zu finden sind. Deshalb mussten wir erst durch mehrere Auftragsarbeiten mit Fachleuten mehr über das vorhandene Sortiment herausfinden. Dabei kam doch eine beachtliche Vielzahl von Sorten zusammen, zum Teil ehemalige Standardsorten vom Anfang des 20. Jahrhunderts, aber auch beachtlich viele seltene und eine größere Anzahl von bisher nicht bestimmbaren oft von sehr rührigen Obstliebhabern aus allen möglichen Ecken zusammengetragen. Und es zeigte sich, dass es vor allem bei den Birnensorten wohl relativ viele  gibt, die nur in der engeren Umgebung vertreten waren. Das gilt vor allem für solche, die der Selbstversorgung  und als Bereicherung des Speisezettels im Winter dienten, entweder in Form von Dörrobst oder als Grundlage für Schnaps.

Warum alte Sorten erhalten?

Waren  1860 noch über 1 500 Apfelsorten auf einer Obstausstellung in Ansbach zu sehen, so finden wir  im heutigen Angebot bei Handelsketten und Discountern gerade noch 10 bis 15 – noch dazu meist solche, die in unserem Klima nicht gedeihen und ohne Chemie, Bewässerung , aufwendige Pflege und energiefressende ganzjährige Lagerung in Klimakammern nicht auskommen. Es versteht sich von selbst, dass durch diese radikale Einengung auf wenige Allerweltssorten  viel an Geschmacks- und Verwendungsvielfalt verloren gegangen ist, aber auch ein Stück Kulturtradition. Zugleich verschwindet damit ein reichhaltiges genetisches Reservoir für zukünftige Züchtungen von Sorten mit wertvollen Eigenschaften wie Resistenz gegen Feuerbrand und ähnlichen, heute vielleicht noch gar nicht bedrohlichen oder  bekannten  Krankheiten. Etwa 90 Prozent der heute in Baumschulen angebotenen Sorten enthalten das Genmaterial von etwa 5 Sorten, zumeist Golden Delicious und Cox Orange –und damit auch deren Krankheitsanfälligkeit!

Schwabacher Projekt zur Erhaltung alter Sorten. Aus diesen Gründen wurde 2007 von der Kreisgruppe damit begonnen, Reiser besonders interessanter oder gefährdeter Altbäume in Schwabach und in der näheren Umgebung zu sammeln und damit Jungbäume mit diesen Sorten heranzuziehen. Dankenswerterweise stellte die Stadtgärtnerei eine Fläche  für das gemeinsame  Erhaltungsprojekt von BN und Landschaftspflegeverband zur Verfügung und unterstützt uns auch dabei.

Natürlich wäre es am besten, die verschiedenen Sorten in einem großen Sortengarten zu sammeln und zu sichern und  sie auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, aber dazu fehlt uns leider (noch?) die entsprechende Fläche.

Bis diese gefunden ist, versuchen wir die Bäume bei interessierten Vereinen wie den Gartenbauvereinen oder dem Reitverein unterzubringen, aber natürlich auch auf den von uns betreuten Flächen.

Auch aufgeschlossene Privatpersonen sollen an diesen Schätzen- gegen  eine angemessene Unkostenbeteiligung-teilhaben dürfen. So konnten bisher 60 verschiedene alte Sorten in unserer Baumschule gesichert werden, zahlreiche davon noch unbekannt, einige auch von letzten, inzwischen schon verschwundenen Altbäumen ihrer Sorte
.
So hoffen wir, einiges  aus der dramatisch abnehmenden Sortenvielfalt  für kommende Generationen zu  retten und die Paradiese aus Menschenhand  und ihre Vielfalt zu bewahren – mit dem Späten Transparent, dem Charlamowsky, dem Kugelapfel oder der Aarer Pfundbirne, der Sommersußbirn und der Leipersloher.

Wie  kommt man an Jungbäume?

Für Herbst 2012 stehen nur noch einige  zur Verfügung, aber nächstes Jahr gibt es mehr davon. Interessenten können sich am Regionalmarkt am Stand des Landschaftspflegeverbandes über Einzelheiten informieren oder in der Geschäftsstelle des  BN bzw. bei mir direkt.

Bericht und Fotos: Günter Grimm

 

Aktionen 2011

Erfolgreicher Startschuss für unser Erhaltungsprojekt für alte Streuobstsorten in Schwabach : Die ersten Jungbäume werden ausgepflanzt! Im Bild unser Geschenk an den Obst- und Gartenbauverein Unterreichenbach zum Jubiläum: eine Sußbirn – die fränkische Birne schlechthin, im 19. Jahrhundert die bekannteste Sorte in Schwabach.

Auch der "Brestlesapfel" ist noch alten Schwabachern bekannt. Hier die Vorbereitungen für unsere Nachzucht vom letzten und ziemlich hinfälligen Altbaum in Schwabach. Ein Drahtkorb ist nötig, um ihn vor den Wühlmäusen zu schützen.

Anna Ortner und Günther Ott von unserer Streuobsttruppe erledigen ihre Aufgabe wirklich mit Hingabe. Damit ist unsere kleine Streuobstwiese am Nadlersbach wieder um eine Rarität reicher!

Schwabacher Obstraritäten

 Es steht nicht gut um unsere letzten alten Streuobstbestände!

Das zeigte sich bei Begehungen im letzten Jahr deutlich. Die wenigen noch vorhandenen Reste sind fast alle vernachlässigt, überaltert und verabschieden sich erschreckend schnell. In einer einzigen Obstbauwiese in Unterreichenbach brachen innerhalb eines Jahres 3 Bäume von insgesamt 15 zusammen. Alte Sorten, die inzwischen landesweit nur noch äußerst selten zu finden sind.

Damit verlieren wir nicht nur ökologisch wertvolle Obstflächen und Einzelbäume, die gerade den Ortsrändern zu allen Jahreszeiten ihren besonderen Reiz verleihen, sondern auch die alten, robusten Sorten.

Es sind dies Sorten, die an unsere Verhältnisse besonders gut angepasst sind, vielleicht auch solche, die sonst nirgends (mehr) vorkommen.

Unsere Kreisgruppe hat in den letzten Jahren eine Erfassung alter Birnen- und Apfelsorten vorgenommen. In Schwabach fanden sich neben den weiter verbreiteten älteren "Gartensorten" wie Gravensteiner, Jakob Fischer, Goldrenette usw. auch manche Raritäten, die vorwiegend der bäuerlichen Selbstversorgung diensten und weniger zum Essen gedacht waren.

Ihre Früchte sind weniger "lieblich" im Geschmack, aber entweder haltbarer oder besser als Wirtschaftsobst geeignet. Gerade diese Sorten sind am meisten in ihrem Bestand gefährdet, weil sie heute nicht mehr gefragt sind.

Um die aufgefundenen Sorten zu retten, wurden von Günter Grimm Jungbäume nachgezogen und entsprechend veredelt. Die Stadtgärtnerei und der Landschaftspflegeverband unterstützen dieses Projekt dankenswerter Weise.

Ab dem kommendem Jahr werden die ersten Jungbäume aus unserer eigenen Nachzucht alter, in Schwabach vorgefundener Sorten abgegeben.- auch an privat . Darunter befinden sich so selten gewordene wie Prinzenapfel, Roter Bellefleur, Damasonrenette, Fraas´Sommerkalvill oder Brestlesapfel, Gute Graue oder Sußbirne. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Hochstämme (mit entsprechendem Platzbedarf), manche eignen sich aber auch für kleinere Gärten. Bei Interesse bitte an Günter Grimm, Tel. 09122/84233, wenden.