Auf dem neuen Steg durch die Wildnis

Auf der neuen Brücke in der verschneiten VSA Foto: R. Schmitt

Im Herbst letzten Jahres wurde die Erneuerung der kleinen Brücke in der Vogelschutzanlage abgeschlossen. Ein Gemeinschaftswerk vieler Mitstreiter: Die damaligen Referenten der Stadt Schwabach.

Stadtkämmerer Richard Schwager und Baureferent Volker Arnold sicherten die Finanzierung des Materials, Stadtrat Thomas Mantarlis hatte die Idee für eine besonders stabile, schöne und preiswerte Konstruktion und die Umsetzung erfolgte durch Kollegen des Baubetriebsamtes und den ehrenamtlichen Helfern des BN Anna Ortner, Werner Sauer, Klaus Achtnicht und Günter Brautscheck.

Quasi zur Einweihung des Steges lud der BN zu einer Führung durch die winterliche Vogelschutzanlage. Mit dabei auch die neuen Referenten Rechtsrat Knut Engelbrecht und Arnolds Nachfolger, Ricus Kerckoff, Frau Angela Novotny von der Hermann-Gutmann-Stiftung, Vertreter der Sparkasse und Herr Sturm vom Baubetriebsamt.

Führungen in der Vogelschutzanlage sind wieder im Juli möglich - nach Beendigung der Brutsaison.

Neuer Steg in der Vogelschutzanlage

Die alte Brücke: Hübsch aber morsch
Bei der Montage
Der neue Steg: Stabil und lange haltbar

Der Rundweg durch die Vogelschutzanlage führt auch über einen Holzsteg, der den ursprünglichen Wassergraben unterhalb des Heroldsturms über-brückt. Geschwungen, einfach passend in die Stimmung der verwunschenen Anlage. (Bild 1). Diesem Steg, der schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, hat der Zahn der Zeit zwischenzeitlich arg zugesetzt.  Die Auflagerbalken waren verrottet. Der Steg musste gesperrt werden.

Zwei Alternativen wurden intensiv diskutiert: Zum einen der ersatzlose Abbruch des Stegs und die Schüttung eines begehbaren Damms quer durch den Graben. Zum anderen der Neubau eines neuen Stegs. Die von der Stadt Schwabach hierfür erstellte Kostenschätzung war zunächst ein argumentatives Totschlagargument.

Doch Naturschützer geben nicht so schnell auf. Werner Sauer gelang es mit Hilfe des Stadtrats Thomas Matarlis ein äußerst kostengünstiges Angebot für eine geschwungene Stahlüberbrückung des Grabens zu erreichen. Der BN versprach tatkräftige Mithilfe bei den anstehenden Arbeiten und ggf. eine geringe Kostenbeteiligung. Der Leiter des städtischen Bauabetriebsamtes, Herr Sturm, gab der Aktion schließlich seinen Segen.

Die alte Brückenkonstruktion wurde mit geeinten BN-Kräften abgebaut, die Stahlträger eingehoben (Bild 2 und 3). Die Stadt Schwabach hat sich bereiterklärt, die Beplankung und die Geländer in den nächsten Wochen zu realisieren. Hierfür und für die Kooperation und das Engagement des Baubetriebsamts auch an dieser Stelle herzlichen Dank.

Bericht und Bilder: Klaus Achtnicht

Neue Infotafel in der Vogelschutzanlage

Werner Sauer (links) und Klaus Achtnicht (rechts) beim Anbringen der neuen Infotafel

Die vom Schwabacher Diplom-Biologen Dr. Gerhard Brunner im Auftrag des Bund Naturschutz Schwabach durchgeführte Bestandsaufnahme der Vegetation der Vogelschutzanlage an der Walpersdorfer Straße hat die regionale Ausnahmestellung der dortigen, sich selbst überlassenen Totholz- und Kleinlebensräume, bestätigt.

Das Untersuchungsergebnis zeigt komprimiert eine Info-Tafel, die von Werner Sauer und Klaus Achtnicht, den Betreuern der Vogelschutzanlage, installiert wurde.

Nach dem Ende der Vogel-Brutzeit, ab Mitte Juli, werden durch den BN wieder öffentliche Führungen angeboten, auf die jeweils im Schwabacher Tagblatt hingewiesen wird. Sonderführungen können über die Geschäftsstelle des BN, Telefon Schwabach 51 44, vereinbart werden.

Die Vogelschutzanlage

Die Hinterlassenschaft ungebetener Gäste

Vor 80 Jahren wurde vom Schwabacher Fabrikanten Karl Wenglein zum Zwecke des Natur- und Vogelschutzes an der Walpersdorfer Straße in Schwabach ein parkähnliches Gelände angelegt.

Diese sich seit über einem halben Jahrhundert weitgehend selbst überlassene Anlage strahlt - versteckt hinter einem mannshohen Zaun - nicht nur für Kinder und Jugendliche etwas Geheimnisvolles aus. Im Sommer verwehrt eine undurchdringliche grüne Wand fast jeglichen Einblick. Im Winterhalbjahr lassen sich hinter knorrigen efeuumarmten Baumstämmen allenfalls die Silhouette einer Turmruine, ein Teich mit geschwungener Holzbrücke und verfallener Uferbefestigung sowie ein Felsentor erahnen. Dornröschens Schlossgarten?

Mitnichten!

Die Vogelschutzanlage, die dauerhaft möglichst naturbelassen bleiben soll, macht zwar auf den ersten Blick durchaus den Eindruck eines verwunschenen Ortes, verlangt aber von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Bund Naturschutz etliches Engagement. Zu jeder Jahreszeit.

Anna Ortner, Werner Sauer und Klaus Achtnicht kümmern sich nicht nur um die vielen Nistkästen, das grüne Klassenzimmer und die Info-Wand. Sie greifen auch zu Sichel und Rechen, um den Rundweg für Führungen und den Sicherheitsstreifen entlang des Zauns freizuschneiden.

Neugierig geworden? Termine für Führungen durch die Vogelschutzanlage können mit dem Bund Naturschutz Schwabach unter Telefon 09122/51 44 vereinbart werden.

Leider machen ungebetene Gäste immer wieder Verdruss und Arbeit. Vandalismus, aufgeschnittene Zäune, zerschlagene Fenster, aufgebrochene Türen im Herolds-Pavillon, zertrümmerte Geländer sowie Reste von Gelagen spiegeln die Zeichen der Zeit.

Mit der Stadt wurde vereinbart, den Pavillon provisorisch zu sichern und das Eindringen Unbefugter durch bauliche Maßnahmen zu verhindern.

Ein Jahr – nicht ganz wie im Märchen

Pavillon in der Vogelschutzanlage

Es lässt sich nicht leugnen. Diese Anlage strahlt zu jeder Jahreszeit etwas Geheimnisvolles aus.

Nicht allzu groß, nur knapp einhundertfünfzig Meter im Quadrat. Versteckt hinter einem mannshohen, zum Teil stacheldrahtbewehrten Zaun. Im Sommer verwehrt eine undurchdringliche grüne Wand fast jeglichen Einblick. Im Winterhalbjahr lassen sich hinter knorrigen efeuumarmten Baumstämmen allenfalls die Silhouette einer Turmruine, ein Teich mit geschwungener Holzbrücke und verfallener Uferbefestigung sowie ein Felsentor erahnen. Man munkelt, menschenähnliche Gestalten schemenhaft nur im Dämmerlicht wolkenverhangener Tage zwischen umgestürzten Baumriesen huschend gesehen zu haben. Sonst sei die Anlage jedoch unberührt. Dornröschens Schloßgarten? Mitnichten.

Die Vogelschutzanlage an der Walpersdorfer Straße in Schwabach macht zwar auf den ersten Blick durchaus den Eindruck eines verwunschenen Ortes, verlangt aber von den ehrenamtlichen Mitgliedern des mit der Betreuung beauftragten Bund Naturschutz Schwabach etliches Engagement. Und das zu jeder Jahreszeit.

Schon in den letzten Januartagen, meistens bei Schnee, Wind und frostigen Temperaturen ist eine Begehung der Vogelschutzanlage mit sachkundigen Mitarbeitern der Stadt Schwabach angesagt, bei der Bäume, die die Verkehrssicherheit gefährden könnten, dokumentiert werden. Sofern ein Fällen dieser Bäume wegen deren Zustand und der örtlichen Verhältnisse nicht unabdingbar ist, wird versucht, nur die Baumkronen zu entfernen und die gekürzten Stämme den Pilzen und der Fauna als Totholz-Lebensraum zur Verfügung zu stellen.

Im Februar steht dann das Überprüfen und Reinigen der in der gesamten Anlage verteilten Nistkästen an. Überraschungen sind dabei vorprogrammiert. So etwa, wenn im Eulenkasten skelettierte Igel und Maulwürfe sowie Knochen eines Koteletts und in einem Meisen-Nistkasten zwischen zwei Nestebenen eine etwa fünf cm hohe Schicht von Samen, Beeren und Körnern gefunden wird. Etwa 60 Prozent der Nisthilfen sind Jahr für Jahr belegt.

Zwischen 15. März und 15. Juli ist Brutzeit der Vögel und deshalb ein Betreten der Vogelschutzanlage grundsätzlich tabu.

Unmittelbar danach beginnen schon die Pflegearbeiten nach dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Die Vogelschutzanlage soll ja dauerhaft in möglichst naturbelassenem Zustand bleiben. Gemäht und von Ästen und ggf. Unrat befreit wird ausschließlich der Zugang und der für Führungen vorgesehene Rundweg. Der Pavillon (Grünes Klassenzimmer) und die der Information dienenden Anlagen werden erforderlichenfalls instandgesetzt, Absperrungen überprüft. Ein Geschäft könnte der BN mit den aus der benachbarten Tennisanlage stammenden Tennisbällen machen, die eimerweise zurückgebracht werden müssen.

Jährlich werden vom BN durchschnittlich etwa 10 Führungen angeboten, die erfreulich genutzt werden. Aber nicht nur für Privatpersonen, Vereine und Kindergruppen sind die umweltpädagogischen Führungen in der Vogelschutzanlage interessant.  Auch wissenschaftliche Forschungsarbeiten wurden bereits durchgeführt. So wurden zum Beispiel durch die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg eine Pilzkartierung, durch das Geowissenschaftliche Büro Dr. Heimbucher, Nürnberg, Untersuchungen zur Insektenfauna und von den Schwabacher Ornithologen Hubert Willmann und Hermann Both eine Vogel-Bestandsaufnahme realisiert.

Leider machen aber auch ungebetene Gäste Verdruss und Arbeit. Vandalismus, aufgeschnittene Zäune, zerschlagene Fenster und aufgebrochene Türen  im Herolds-Pavillon sowie die Reste von Gelagen innerhalb der Vogelschutzanlage sind scheinbar unvermeidbar und ein Zeichen der Zeit.